US-Kongressbericht zur Ukraine: Strategische und militärische Misserfolge bzw. düstere Aussichten für Kiew
von Rainer Rupp
erschienen am 11. Februar 2025 und 12 Februar 2025 auf RT
Verglichen mit früheren Berichten des „Wissenschaftlichen Dienstes des US-Kongresses“ (CRS) zur Lage in der Ukraine ist der jüngste CRS-Report in einem ernüchternd realistischen Grauton gehalten.
Der CRS „Congressional Research Service“ verfasst seine Berichte an den US-Kongress auf Basis der ihm zugänglichen Informationen aus öffentlichen, aber auch aus vertraulichen US-Regierungsquellen, einschließlich der Nachrichtendienste. Der CRS ist von Hause aus verpflichtet, parteipolitisch streng neutral zu operieren. Sein jüngster Bericht über Entwicklungen und Aussichten in der Ukraine ging am 3. Februar an die Kongressabgeordneten.
Liest man den Bericht, dann wird klar, dass den professionellen Schönfärbern in den „US-Informationsdiensten“ angesichts der zunehmend prekären Lage an der Front die Buntstifte ausgegangen sind. Allerdings haben die Autoren mit dem Titel ihres Berichts „Militärische Leistung und Aussichten der Ukraine“ versucht, wenigstens noch halbwegs an das Fake-Narrativ der „siegreichen Ukraine“ aus früheren Veröffentlichungen anzuknüpfen. „Strategische und militärische Misserfolge ‒ düstere Aussichten für die Ukraine“ hätte den Inhalt des Dokumentes besser beschrieben.
Nachfolgend habe ich den CRS-Bericht unter der Kennnummer IF12150 VERSION 11 so nah wie möglich am Originaltext übersetzt. Auf Kommentare habe ich verzichtet, selbst wenn manche Behauptungen im CRS-Text geradezu danach schrien, korrigiert zu werden. Auf diese Weise erfährt der Leser, welches Ukraine-Lagebild den US-Kongressabgeordneten von ihrem Wissenschaftlichen Dienst serviert wird, der von Amts wegen über allen parteipolitischen Differenzen stehen muss und in den die Abgeordneten großes Vertrauen haben. Hier folgt der CRS-Report:
„Ukrainische Militärische Leistung und Aussichten
Seit Russland im Februar 2022 seine groß angelegte Invasion der Ukraine startete, stehen die ukrainischen Streitkräfte [UAF] vor zunehmend größeren Herausforderungen, sich gegen russische Vormärsche zu verteidigen. Das wird besonders deutlich angesichts anhaltender Nachteile bei Personal und einer weniger entwickelten Rüstungsindustrie. Die UAF hat zwar während des Konflikts Flexibilität gezeigt sowie die Fähigkeit, westliche Militärhilfe in ihre Operationen zu integrieren. Dennoch sieht sich die UAF weiterhin mit Hindernissen konfrontiert, ihren offensiven Schwung [!] gegen die russischen Streitkräfte aufrechtzuerhalten, vor allem wegen der Verluste an Personal und Ausrüstung.
Die Biden-Administration unterstützte die Verteidigung der territorialen Integrität der Ukraine gegen die russische Invasion, und seit Anfang 2022 hat der Kongress fünf zusätzliche Hilfspakete beschlossen, um der Ukraine Beistand zu leisten. Die sich entwickelnde Lage und Leistung der UAF könnten für den 119. Kongress [Anm.d.Red.: der neu konstituierte Kongress] von Interesse sein, da die Mitglieder die Auswirkungen der US-Unterstützung für die UAF abwägen und über eine mögliche weitere Unterstützung nachdenken.
Personal
Die bisherige Leistung der UAF wurde teilweise durch ein hohes Maß an Rekrutierung und Motivation gestützt. Hohe Verluste an Personal und Desertion in jüngerer Zeit stellen jedoch weiterhin Herausforderungen für die Fähigkeit der UAF dar, effektive Operationen aufrechtzuerhalten.
Nach der ersten Invasion Russlands in der Ukraine im Jahr 2014 gewann die UAF wichtige Kampferfahrung im Gefecht gegen von Russland geführte Kräfte in den östlichen Regionen der Ukraine, Donezk und Lugansk [bekannt als Donbass]. Im Jahr 2022 konnte die Ukraine diese Veteranen und andere Freiwillige schnell in neue Freiwilligen-Territorialverteidigungskräfte [TDF] und Reservekräfte mobilisieren, ohne die Notwendigkeit langwieriger Schulungen. Dies trug wahrscheinlich zur Effektivität der UAF bei, da die Ukraine kein vollständig entwickeltes, professionelles Unteroffizierskorps hatte, dessen Entwicklung sie nach NATO-Standards jedoch angestrebte.
Seit Beginn des Krieges 2022 hat die UAF jedoch hohe Verluste an erfahrenem Personal erlitten, was die Qualität der aktuellen Truppe verringert. Diese Verluste an kampferprobten Soldaten kann die UAF nicht einfach mit neuen Rekruten ersetzen. Neue Rekruten, soweit vorhanden, könnten zwar die zahlenmäßigen Verluste, nicht aber die qualitativen Verluste ersetzen, die die eigentliche Kampfkraft einer Armee ausmacht. Damit steht die UAF vor mehreren Herausforderungen beim Wiederaufbau der Personalstärke.
Der Bedarf der UAF an sofortigen Verstärkungen schafft zusätzlichen Druck, Truppen einzusetzen, die gerade ihre Grundausbildung abgeschlossen haben. Allerdings muss die UAF auch Personal schulen, um komplexe Operationen durchzuführen und fortschrittliche Waffen einzusetzen, um die erforderlichen Kampfoperationen aufrechterhalten zu können.
Derzeit sieht sich die UAF auch mit Rekrutierungsherausforderungen konfrontiert. Es wird berichtet, dass der durchschnittliche ukrainische Soldat etwa 40 Jahre alt ist und manche Rekruten oft Gesundheits- oder Suchtprobleme haben. Die Ukraine verabschiedete im April 2024 ein Gesetz, um einige Rekrutierungsprobleme anzugehen [einschließlich der Möglichkeit für einige Gefangene, im Gegenzug für eine verkürzte Haftstrafe zu dienen], lehnte aber aufgrund öffentlicher Opposition weiterhin Forderungen ab, das Wehrpflichtalter von 25 auf 18 Jahre zu senken. Die Gesetzgebung behandelte das Thema der Demobilisierung nicht, und einige Berichte deuten darauf hin, dass Rekrutierungsbeamte zunehmend zu gewaltsamen Erzwingungsmethoden greifen.
Trotz der Rekrutierungsherausforderungen gründet die UAF weiterhin neue Brigaden, anstatt die Verluste bestehender Einheiten auszugleichen und sie auf Sollstärke zu verstärken. Einige Beobachter und UAF-Offiziere haben diesen Ansatz kritisiert und argumentierten, dass durch dieses Vorgehen kritische Ausrüstung und Personal, die beide an den Frontlinien dringend benötigt werden, blockiert werden. Diese neu gegründeten Brigaden benötigen weitere Zeit für Schulung und Aufbau und werden oft von unerfahrenen Offizieren geführt, was die Einsätze weiter verzögert.
UAF-Offizielle behaupten, sie hätten die Kapazität und Fähigkeit, neue Rekruten innerhalb der Ukraine auszubilden. Zusätzlich kämpft die UAF offenbar damit, Offiziere für Stabsfunktionen zu schulen, um Kommandeure bei der Verwaltung und Koordination von Operationen zu unterstützen. Der Mangel an ausgebildeten Stabsoffizieren hat in einigen Fällen dazu geführt, dass höhere Kommandoebenen taktische Operationen koordinieren und verwalten, was zu zentralisierter und langsamerer Entscheidungsfindung führt.
Militärische Ausrüstung
Die UAF kämpft mit einer Mischung aus westlicher und sowjetischer oder russischer Ausrüstung. Diese Vielfalt an Systemen erschwert Wartung und Standardisierung. Bis heute hat die UAF erhebliche Ausrüstungsverluste erlitten, was einige UAF-Einheiten ohne mechanisierte oder motorisierte Fahrzeugunterstützung zurückgelassen hat. Die UAF hat gegenüber solchen Verlusten Resilienz gezeigt, was zum großen Teil den westlichen Waffenhilfen und konzentrierten Reparaturanstrengungen zu verdanken ist.
Aktuell hat die Ukraine fast alle ihre Vorräte an sowjetischer und russischer Artillerie- und Raketenmunition erschöpft, was die UAF fast vollständig von westlicher Hilfe für Artilleriesysteme und Munition abhängig macht. Bis heute hat die UAF die Fähigkeit gezeigt, die qualitativen Vorteile der westlichen Sicherheitshilfe [zum Beispiel Langstreckenpräzisionsbeschuss] zu nutzen, um russische quantitative Vorteile in der Artillerie zu kompensieren. UAF-Offiziere beklagen jedoch, dass der Mangel an westlicher Artilleriemunition ihre Operationen behindern und zu russischen Vormärschen beitragen.
Die heimische Verteidigungsindustrie der Ukraine produziert eine breite Palette von Waffen, ist aber nicht in der Lage, die vollen kriegsbedingten Anforderungen des Landes zu erfüllen. Internationale Partner haben begonnen, Schritte zu unternehmen, um der Ukraine zu helfen, ihre Verteidigungsindustrie-Kapazität zu stärken [einschließlich mittels Gemeinschaftsproduktionsabkommen mit westlichen Rüstungsunternehmen], um langfristig ihre Sicherheitsbedürfnisse zu decken und die Abhängigkeit von westlicher Sicherheitshilfe zu reduzieren.
US-amerikanische und westliche Militärhilfe
Seit Beginn des russischen Kriegs im Jahr 2022 haben die Vereinigten Staaten fast 66 Milliarden US-Dollar, die EU über 52 Milliarden Euro und das Vereinigte Königreich über 10 Milliarden Pfund Militärhilfe für die Ukraine geleistet. Die USA und ihre Verbündeten setzen ihre Unterstützung durch Ausbildung, Logistik und nachrichtendienstliche Militäraufklärung fort. Diese Unterstützung wird vom NATO-Stab für Sicherheitsunterstützung und Ausbildung [NSATU] koordiniert und von einem Drei-Sterne-General der USA geleitet. Gleichzeitig haben westliche Beamte wiederholt Bedenken über eine mögliche Eskalation des Konflikts geäußert sowie über die Herausforderungen, ausreichende Produktionskapazitäten in der Rüstungsindustrie zu schaffen und zugleich eine ausreichende Finanzierung zur Aufrechterhaltung der Sicherheitsunterstützung verfügbar zu halten.
Ausbildung
Die Vereinigten Staaten und andere Verbündete haben der UAF schon vor der Invasion Russlands im Jahr 2022 militärisches Training und Beratung geboten. Aktuelle Ausbildungsprogramme konzentrieren sich auf den Einsatz westlicher Waffen, grundlegende Infanteriefähigkeiten und militärisches Zusammenwirken auf der Ebene verschiedener Einheiten sowie das Üben für Operationen mit verbundenen Waffengattungen.
Derzeit führen das Vereinigte Königreich [Operation Interflex], die Militärische Hilfsmission der Europäischen Union für die Ukraine [EUMAM] und die Vereinigten Staaten [Joint Multinational Training Group ‒ Ukraine] verschiedene Ausbildungsprogramme für die UAF durch. Laut dem Verteidigungsministerium haben die Vereinigten Staaten und verbündete Nationen seit 2022 mehr als 156.000 UAF-Soldaten ausgebildet. Training könnte an Bedeutung gewinnen, während die UAF versucht, ihre Verluste mit mobilisiertem Personal zu ersetzen.
Militärische Ausrüstung
In der Anfangsphase des Krieges waren die Bereitstellungen von US-amerikanischen und europäischen Panzerabwehrwaffen und kurzstreckenfähigen, schultergestützten Luftabwehrsystemen entscheidend für den Widerstand der Ukraine gegen die russische Invasion. Im Verlauf des Krieges haben die Partner der Ukraine die Sicherheitsunterstützung angepasst, um sich den veränderten Bedingungen und den sich entwickelnden Bedürfnissen der UAF anzupassen.
Auf taktischer Ebene hat die UAF ‚geschützte Mobilität‘, zum Beispiel gepanzerte Fahrzeuge, sowie Panzer und Feuerunterstützung auf taktischer Ebene als prioritäre Bedürfnisse identifiziert. UAF-Offizielle äußern zudem besondere Bedenken über ihre Abhängigkeit von westlichen Vorräten an Artilleriemunition. Unzureichende Vorräte zwingen UAF-Einheiten weiterhin, Artilleriebeschuss zu rationieren.
Die Beschaffung von Luftverteidigungssystemen bleibt eine der Hauptprioritäten der UAF, sowohl auf strategischer als auch auf taktischer Ebene. Ukrainische Beamte betonen die Wichtigkeit der Sicherstellung von Munition für die ukrainische Luftabwehr angesichts anhaltender russischer Angriffe auf militärische und zivile Ziele.
Aktueller militärischer Ausblick
Die UAF zeigt weiterhin hohe Grade an taktischer Flexibilität und Fähigkeit angesichts russischer quantitativer Vorteile in Ausrüstung, Luftunterstützung und elektronischer Kriegsführung. Da der Kampf zunehmend zu einem Abnutzungskrieg wird, argumentieren einige Beobachter, dass die UAF sich darauf konzentrieren sollte, ihre Kampfbereitschaft zu bewahren und defensive Befestigungen zu errichten.
Die Kommandostruktur der UAF scheint zentralisierter als zu Beginn des Krieges. Während die UAF versucht, NATO-Prinzipien des Kommando- und Führungsstils [Missionskommando] zu übernehmen, zeigt sie auch Merkmale eines sowjetischen Stils [zentralisiert, von oben nach unten]. Zudem hat der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im Februar 2024 General Alexander Syrski als Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine ernannt. Syrski soll angeblich mehr mit den politischen Ansichten und der Kriegsführung Selenskijs übereinstimmen.
Die UAF sucht weiterhin westliche Ausrüstung, um neue Einheiten auszurüsten und verbesserte Fähigkeiten sowie Überlebensfähigkeit zu bieten. Ukrainische Beamte weisen auch auf die Bedeutung fortlaufender Munitionsvorräte hin, besonders da der Kampf weiterhin von Artillerie dominiert wird. Zusätzlich hat die UAF Bedarf an Logistik, Durchbruchsausrüstung [zum Beispiel Minenräumung], elektronischer Kriegsführung, Drohnenabwehrtechnologie, Nachrichtendienst und sicherer Kommunikation identifiziert.
Die UAF verlässt sich auf einen Kern professioneller Einheiten, um Operationen durchzuführen und auf russische Vormärsche zu reagieren. Verluste und Erschöpfung setzen jedoch die Fähigkeiten dieser Einheiten zunehmend herab, da sie immer häufiger dazu aufgerufen werden, verschiedene Positionen entlang der Frontlinie zu besetzen. Oft werden Abschnitte von Einheiten getrennt und zu anderen Einheiten gesendet, um Verluste zu kompensieren, anstatt als kohärente Formationen zu kämpfen. Einige Beobachter spekulieren, dass eine übermäßige Abhängigkeit von einigen wenigen Einheiten, kombiniert mit Personalausfällen, möglicherweise zu den russischen Vormärschen beiträgt.
Die UAF steht vor erheblichem Infanteriemangel und versucht, mehr Personal zu rekrutieren, um Verluste zu ersetzen und Einheiten von der Frontlinie zu rotieren. Der Mangel an Infanterie hat die UAF-Führung gezwungen, Personal aus Unterstützungsposten und der Luftwaffe als Infanterie einzusetzen. Das Training neuer Rekruten zur Ersetzung und Erweiterung professioneller Einheiten sowie Offiziere für Stabsstellen bleibt ein zentrales Ziel. Des Weiteren steht die UAF vor der Herausforderung, neue Einheiten auszurüsten, während gleichzeitig Ausrüstung der aktuellen Einheiten ersetzt oder aufgerüstet wird. Die Fähigkeit der UAF, ihre Truppenqualität zu regenerieren und aufrechtzuerhalten, wird vermutlich entscheidend für ihren Erfolg sein.
Im August 2024 startete die UAF eine Überraschungsinvasion in das russische Gebiet Kursk. Die Kursk-Offensive hat bei einigen Beobachtern Fragen aufgeworfen, wie die ukrainische Führung knappe menschliche und materielle Ressourcen prioritär gegen Kursk einsetzt, und zugleich russische Streitkräfte weiterhin Gebiete im Donbass erobern.
Einige Beobachter und UAF-Offiziere haben die schlechte Kommunikation und die Entscheidungen der UAF-Führung bezüglich Verstärkungen kritisiert. Die UAF wurde auch für ihre Strategie kritisiert, sich aus Positionen nicht zurückzuziehen, selbst mit dem Risiko einer möglichen Einkreisung, was zusätzlich zum Infanteriemangel beiträgt.
Diese Entwicklungen könnten in die Entscheidungen des Kongresses einfließen, ob und wie man die Verteidigung der Ukraine weiter unterstützt. Einige Beobachter schlagen vor, dass eine nachhaltige westliche Sicherheitsunterstützung entscheidend ist, um eine Verschlechterung der Lage zu vermeiden. Andere Beobachter argumentieren, dass die UAF trotz Sicherheitsunterstützung erhebliche Hindernisse vor sich hat, um russische Streitkräfte entscheidend zu besiegen.“
Ende des CRS-Berichts vom 3. Februar 2025.
Fazit
Obwohl das CRS-Dokument es nicht offen ausspricht, und sogar kleine Zugeständnisse an frühere Schönfärberei von der „siegreichen Ukraine“ macht, bekommt der Leser zwischen den Zeilen mit, in welcher katastrophalen Lage sich die Ukraine gegen Ende des dritten Kriegsjahrs befindet. Die zahlreichen strukturellen Unzulänglichkeiten der ukrainischen Streitkräfte sowie die Schwächen in der politischen und militärischen Führung der Ukraine haben zu zahlreichen und folgenschweren Misserfolgen geführt. Dadurch wurden die westlichen Handlungsoptionen zur weiteren Unterstützung des Stellvertreterkriegs gegen Russland erheblich eingeschränkt.
Der anhaltende Krieg mit Russland hat nicht nur die Widerstandskraft der Ukraine ausgehöhlt, sondern auch die NATO-Waffenarsenale geleert. Die können so schnell nicht wieder aufgefüllt werden. Selbst wenn das Geld da wäre, würden dafür die notwendigen Produktionskapazitäten fehlen, sowohl die materiellen als auch die dafür notwendigen hochqualifizierten Fachkräfte, die man nicht im Heer der Arbeitslosen findet.
Unterm Strich vermittelt der CRS-Bericht den Kongressabgeordneten ein politisch vorsichtig formuliertes, aber dennoch desolates Bild der Lage, in die sich der Westen mit dem Ukraine-Abenteuer hineinmanövriert hat. Zugleich deutete der Bericht an, wie der Kongress seinen Ausstieg aus dem Ukraine-Engagement rechtfertigen könnte, wenn man am Ende des Dokuments diesen Satz findet:
„Diese Entwicklungen [womit auf das im Bericht hingewiesene vielfache Versagen der ukrainischen Führung gemeint ist] könnten in die Entscheidungen des Kongresses einfließen, ob und wie man die Verteidigung der Ukraine weiter unterstützt.“